Nr. 721-722 Bilanzanalyse Leben 2008

Aus der Finanzkrise sind die Lebensversicherer viel besser herausgekommen als die Ban-ken. Sie brauchen keine Staats-knete in mehrstelliger Milliarden-höhe. Sie haben derzeit auch noch keinen Pleite– oder Fast-pleitefall wie die Nieten in Nadelstreifen. Auch im Vergleich zur Krise 2002 sind die Zahlen nicht ganz so schlimm. Was aber an Folgen bleibt, ist trotzdem schlimm genug. Die Zuführung zur Rückstellung für Beitrags-rückerstattung, aus der Über-schussbeteiligung und Solva-bilität gespeist werden, ist zum zweiten Mal ganz böse einge-brochen. Nach hohen Abschreib-ungen ist zwar die Nettorendite erheblich zurückgegangen. Viel schlimmer erscheinen aber die Rückgänge der Bruttorendite. Die Finanzkrise hat nicht erst mit der Lehman-Pleite begonnen. Seit Mitte 1995 prügeln die Notenbanken die Zinsen in den Keller und blähen Geldmengen auf, um damit Wirtschafts-wachstum zu produzieren (siehe Doku). Mit dem Verleihen von Geld ist kaum noch Geld zu verdienen. Das geht natürlich auf die Knochen der Lebensver-sicherungen und ihrer Kunden. Es ist kaum Besserung in Sicht. Zwar hat es in Australien wohl Hirn vom Himmel geregnet: Die Australische Notenbank hat als Erste der G-20-Staaten endlich wieder die Zinsen erhöht. Doch es wird noch dauern, bis diese Wolke nach Frankfurt oder gar New York zieht. Zwischenzeitlich lenken die für die Krise verantwortlichen Notenbanken von ihrer Verantwortung frech ab: Die Deutsche Bundesbank will neben der alleinigen Bankenaufsicht auch noch die Versicherungsaufsicht. Dann wird es wohl wirklich Versiche-rerpleiten geben. Wie es den Deutschen Lebensversicherern geht, zeigt der neue map-report 721-722: „Versicherer in der Finanzkrise 2: Bilanzanalyse Leben 2008“.

 

 

(Erschienen im Oktober 2009)