Nr. 838-839 Lebensversicherungs-Rating: m-rating

Rund 6 Millionen Bundesbürger haben im vergangenen Jahr 2012 neue Lebensversicherungen abgeschlossen. Welch ein Debakel für manche seltsamen Versicherungskritiker. Da tönen sie jahrelang herum, die Lebensversicherung würde sich nicht mehr lohnen. Manche Schlauberger kommen gar auf die absurde Idee, die Bürger sollten in der Altersvorsorge stärker ins Risiko gehen, um die Renditen zu steigern. Bei höheren Risiken seien auch bessere Renditen zu erzielen. Doch genau das wollen die Bundesbürger offenkundig nicht. Sogenannte Verbraucherschützer und manche Journalisten sollten aufhören, an der Bevölkerung herumerziehen zu wollen. Bert Brecht hat 1953 über die Führung der DDR gespottet, wenn diese mit dem Volk nicht mehr zufrieden sei, solle es sich doch ein anderes suchen. Die Millionen Bundesbürger, die jährlich neue Lebensversicherungen kaufen, vertrauen aus gutem Grund ihrer gewohnten Vorsorge und lassen sich nicht wirklich verunsichern. Sie wollen nicht mit 73 wieder arbeiten gehen müssen, weil die Aktienkurse mal wieder zusammengekracht sind oder am Immobilienmarkt wieder eine Blase geplatzt ist. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist aber besser. Es reicht nicht, sich für die richtige Produktgruppe zu entscheiden. Es gibt gute und schlechtere Lebensversicherer. Um dieses Thema müssen sich Verbraucher und Vermittler auch in Zeiten von Desinformationskampagnen kümmern. Eine wertvolle Orientierung liefert jetzt aktuell in der 21. Auflage das anerkannte Rating deutscher Lebensversicherer. Schön zu wissen, dass die fast 80 Unternehmen im Test im 12-Jahres-Schnitt eine Nettorendite der Kapitalanlagen von immerhin 4,64 % erzielt haben. Doch welche Gesellschaften führen die Tabelle mit 5,31 % oder 5,21 % an? Nachzulesen in map-report 838-839. Und auch die Verwaltungskostenquote ist mit 2,91 % wesentlich besser als es den Fans des Investmentbankings recht sein kann. Richtig schlimm wird es für diese Gruppe, wenn die Tabellenführer im Verwaltungskostentest mit nur 0,82 % oder 0,99 % auskommen. Wäre das doch toll, die Lebensversicherer als Geldvergeuder anpreisen zu können. Abschlusskosten im Branchenschnitt von 5 % der Beitragssumme des Neugeschäfts und Storni von 4,77 % des Bestandes sind auch nicht sehr kritikerfreundlich. Und die Nachricht von BaFin, dass alle Lebensversicherer den Stresstest bestanden haben eignet sich auch nicht für die so beliebte Panikmache. Ebenso wenig wie die Meldung von BaFin, dass sogar drei neue Marktteilnehmer aus dem Ausland die Zulassung für den deutschen Lebensversicherungsmarkt bekommen haben.

 

Erschienen im August 2013