Ein sehr persönlicher Lebenslauf:

Ein Ostfriese in der Elbmarsch

Manfred Poweleit, Gründer und Chefredakteur des map – report, wurde am 24. Juni 1955 in Emden geboren, ist daher bekennender Ostfriese. Den Vater Fritz Poweleit, Sohn eines ostpreußischen Gutsbesitzers, verschlug es nach dem Kriege erst in die Schweiz, dann in das Land der Teetrinker, wo er die Familie als Bauarbeiter durchbrachte. Die Mutter Gretchen Poweleit, früher Betriebsrätin in einem örtlichen Textilkaufhaus, besserte das dürftige Familieneinkommen über viele Jahre mit nebenberuflicher Tätigkeit für einen Versicherer auf, bis sie ihren Job wegen zu großem Engagements für ihre Kunden verlor.

Beide gaben dem einzigen Sohn einen kritischen Geist mit auf den Lebensweg. Und viel Freiheit, sich zu entwickeln. Die Herkunft aus sehr einfachen Verhältnissen erleichtert ihm bis heute die Darstellung komplexer Sachverhalte in der Sprache der kleinen Leute. Unter Ihnen fühlt sich der Chef des map – report wohler als in der Welt der Schickeria. Ein herbes Pils schmeckt ihm weiterhin besser als ein Champagner. Auch wenn Jever nicht zu Ostfriesland gehört. 

Nach vier Grundschuljahren auf der Herrentorschule besuchte er das heutige Johannes-Althusius-Gymnasium. Karikaturist der Schülerzeitung war damals ein Mitschüler aus der 12. Klasse namens Otto Waalkes. 

In der 11.Klasse nervte den heutigen Finanzjournalisten ein Gemein- schaftskundelehrer so sehr, dass er sich außerhalb der Schule aus Büchern Grundlagenwissen zur Volkswirt- schaftslehre anlas, um der Nervensäge in jeder Unterrichtsstunde Contra geben zu können. Am Ende des Schuljahres stand in Gemeinschaftskunde die Zeugnisnote „sehr gut“ und der Berufswunsch Wirtschaftsjournalist. Zu den größten Erfolgen der Kindheit gehörten mehrere Kreismeisterschaften und eine Landesvizemeisterschaft als Junior-Kaninchenzüchter mit seinen Hermelin Rotaugen.

Nach dem Abitur kam erst einmal die widerwillig abgeleistete Wehrdienstzeit bei der Bundesmarine, die Poweleit rückblickend doch als wichtigen Bestandteil seiner Historie verbucht: Nach 18 Beschwerden und zwei Eingaben an den Wehrbeauftragten des Bundestages ging er, Konter seiner Vorgesetzten, mit Beförderungssperre ab. In der Marineinfanterie hatte er gelernt, sich gegen Unrecht zu wehren...

Danach begann das Studium der Volkswirtschaftslehre und Publizistik an der Universität Göttingen. Viele mathematische Spielereien seiner Lehrer in der Volkswirtschaftstheorie beeindruckten ihn wenig. Prägend war da schon eher sein legendärer 89-jähriger Philosophieprofessor Eduard Meyer, dessen Vorlesungen an der Uni Kult-Status erlangten.

Wer zu spät kam, den bestrafte das Leben mit einem Treppensitzplatz im zweigrößten Hörsaal der Uni. Gegen diesen Kult hatte auch der streikfreudige ultralinke AStA des Jürgen Trittin keine Chance und akzeptierte das: „Liebe Kommilitonen, nebenan müssen wir noch schnell eine Juravorlesung sprengen. Danach könnt ihr sofort zu Ede Meyer zurück“. Eine Aussage des Unvergesslichen prägt noch heute: „Wenn Sie ein Damenfahrrad und ein Herrenfahrrad bei noch so extremen Temperaturen eine Nacht lang in den Keller stellen, werden Sie am nächsten Morgen nie ein Kinderfahrrad daneben vorfinden...“

Ein breit angelegtes Studium hat die Sinne geschärft. Wer im Fach Wirtschaftspolitik aufpasst, der lernt die Differenzierung zwischen Mittel und Ziel, die in vielen Lebenslagen nützlich ist. Im Seminar Interviewpsychologie lernt ein Journalist, beim gegenüber Vertrauen zu erlangen und ihm zu entlocken, was eigentlich geheim bleiben soll. In der Finanzwissenschaft sind die Auswirkungen fiskalischer Maßnahmen besonders spannend. Im sozialwissenschaftlichen Fach Kommunikationswissenschaft war er an mehreren empirischen Studien beteiligt. Seine empirische Diplomarbeit „Wirtschaftsberichterstattung in Tageszeitungen“ war die logische Folge.

Im betriebswirtschaftlichen Fach „Organisation und Leitung“ lernte er nicht nur die praktischen bilanzanalytischen Erfahrungen seines akademischen Lehrers Wolfgang Lücke („Mut zur Lücke“) schätzen. Sondern auch die Vorlesungen von dessem früheren Assistenten Hans-Wilhelm Zeidler. Der Ostfriese aus der Hauptstadt Aurich, zwischenzeitlich Vorstand bei Gothaer, Berlinischer und Inter, konnte ihm schnell vermitteln, dass Bilanzanalysen von Lebensversicherern sogar Spaß machen können.

Neben dem Studium kamen natürlich auch Freizeitaktivitäten nicht zu kurz. Über die Begleitung einer Inszenierung am Jungen Theater über die Tochter eines Assekuranzmanagers (Heike bleibt unvergessen), den Versuch einer Zeitschriftengründung „Göttinger Merkur“, die ehrenamtliche Betreuung jugendlicher Strafgefangener in der JVA Hameln-Tündern bis hin zu Praktika beim „Ostfriesischen Kurier“ in Norden ging die Palette.

Diese ersten journalistischen Gehversuche erfüllen ihn bis heute mit Stolz. Zum Beispiel die Reportage über ein merkwürdiges Baumsterben in der Krummhörn 1980. Erst Jahre später sprach man in Deutschland über sauren Regen. Der Bericht über eine Wahlkampfveranstaltung des damaligen Hamburger Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose. Aber auch die Fotos vom Heimspiel des SV Hage mit dem damaligen Jungstar Dieter Eilts, später Deutscher Meister mit Werder Bremen, Europameister mit Deutschland und heute Trainer der U21 des DFB.

Im Sommer 1981 holte sich Manfred Poweleit ein Stück (dünner) Pappe von der Uni Göttingen ab. „Diplom-Volkswirt“ stand darauf. Kurz darauf begann die richtige Berufsausbildung beim ostwestfälischen „Westfalen-Blatt“. Bereits in der ersten Ausbildungsstation in Warburg begegnete ihm wieder der Sport. Nach sechs Monaten hatte die Lokalausgabe eine Jugendsportseite und eine Torjägerliste für die Kreisklasse. In insgesamt acht Monaten Sportredaktion lernte er schnelles und entscheidungssicheres Handeln.

In der Geldanlageredaktion der Wirtschaftswoche, der ersten Redakteursstelle, entwickelte sich bundesweite Akzeptanz in der Fachwelt. Ein Wendepunkt war die Titelgeschichte „Banken contra Versicherungen“, in denen Poweleit zum ersten Mal alles Lehrbuchwissen des Journalisten über Bord warf und eine Geschichte so schrieb, wie er sie selbst gern gelesen hätte. Seinem Mentor, dem damaligen Chefredakteur Wolfram Baensch, ist er bis heute dankbar.

In dieser Zeit begegneten ihm viele hoch interessante Kollegen in der Wiwo-Redaktion. Dieter Hünerkoch wurde später CvD beim Stern und Sprecher von Hartmut Mehldorn bei der deutschen Bahn. Werner W. Klingberg gründete später Finanztest, um auch bei der Bahn zu landen. Winfried Herbst arbeitet heute bei der „Zeit“, Ralf-Dieter Brunowski war zwischenzeitlich Chefredakteur von Capital, Reinold Rehberger ist Textchef bei „Werben und Verkaufen“, Armin Mahler Wirtschaftschef beim Spiegel und Roland Tichy Chefredakteur bei DMEuro.

Zu seinen Aufgaben gehörte damals auch die Betreuung freier Mitarbeiter. Daraus entwickelten sich zwei ganz wichtige Freundschaften: Wiwo-Autor Volker Looman ist nicht nur als Berater fürs Finanzmathematische unersetzlich. Und Claus-D. Gießmann mit der Breite seines Wissens und Erfahrungsschatzes ein Unikat. Ohne ihn wären der map – report und sein Chef nicht das, was sie heute sind. Freunde dieses Kalibers zu haben ist eine Ehre.

Auch aus dienstlichen Kontakten dieser Zeit zu Pressesprechern der Versicherungswirtschaft haben sich im Laufe dieser Jahre viele wertvolle Freundschaften entwickelt.

In der zweiten Hälfte der Zeit bei der Wirtschaftswoche setzte Poweleit die Tradition der Mutter fort und wurde engagiertes Mitglied des Betriebsrates.

Der Wechsel zum Hamburger manager magazin im Sommer 1986 brachte den preiswerten Kauf der Immobilie in Artlenburg und öffnete viele Türen in den Vorstandsetagen der Branche. Bei einer Geschichte über den Nordstern zum Beispiel begegneten ihm Nordstern-Riese Claas Kleyboldt, sein Vertriebschef Hans Schreiber (später Chef der Mannheimer), sein Feuerchef Helmut Kühl (heute Vize-Chef der Volksfürsorge) und sein Anlagechef Detlef Bierbaum (heute Bankhaus Oppenheim).

Ein Beitrag über die damaligen Erstversicherungsaktivitäten der Schweizer Rück führte zu Debatten mit den Managern Rolf Gamper, Werner Seifert (heute Deutsche Börse), Claus-Michael Dill (heute Chef der Axa Deutschland) und Wolfgang Schneider (später Vorstand von Rheinboden und Postbank). Aus der menschlich relativ armen Zeit innerhalb der Redaktion ist lediglich der Kontakt zu seinem damaligen Mitstreiter Thorsten Schubert erhalten geblieben.

Poweleit beteiligte sich an analytischen Geschichten und berichtete von der Umweltbetriebsbesichtigung eines Industrieversicherers. Doch den analytisch-systematischen Journalismus, der ihm vorschwebte, fand er auch dort nicht. Der Journalismus im Angestelltenverhältnis hatte sein Ende. Deshalb betrat im Juli 1990 der map – report die Bühne des nationalen Finanzjournalismus. Aus dem Arbeiterkind und Ex-Betriebsrat war ein Unternehmer geworden. Welch ein Kulturschock für den Macher...

Der Ansatz von map – report, wenig frecher Text und unendlich viele Tabellen und Grafiken mit Tiefgang, brauchte sehr lange bis zur breiten Akzeptanz. Ein erster kräftiger Schub kam durch die aggressive Nutzung der ermittelten Fakten durch Heinz Gerlach. 1993 gab es das erste Lebensversicherungsrating nach dem Motto: „Stell Dir vor, es ist Rating, und keiner geht hin“. Erst fachlich misslungene Ratingversuche von Mitbewerbern öffneten map – report den Weg. Die Lebensversicherer, inzwischen fast komplett Ratingteilnehmer, haben längst kapiert, dass ein Lob vom Kritiker mehr wert ist als die Lobhudelei von Klaqueuren. Kranken- und Schadenversicherer sind noch lange nicht so weit.

Die ersten dürftigen Verkaufsergebnisse von map – report brachten natürlich keine hinreichenden Deckungsbeiträge. Sie mussten ergänzt werden durch Honorare aus der Unternehmensberatung. Die Masse dieser Mandate hat Poweleit längst aufgegeben. Denn die auftraggebenden Vorstände wollten nicht etwa besser werden. Sondern nur die Ergebnisse der Vermarktung ihrer Inkompetenz erträglicher gestalten. Doch es gab auch Ausnahmen.

Dem damaligen Chef der inzwischen sinnlos plattgemachten Albingia, Volker Bremkamp, konnte Poweleit einige wichtige strategische Hinweise geben. Besonders dankbar ist er Bremkamp für die Möglichkeit, innerhalb der Personality - Reportagen der Geschäftsberichte Vertriebspraktiker über einen ganzen Arbeitstag hinweg zu begleiten.

Viel zu selten hat ein Versicherungsjournalist die Möglichkeit, den Arbeitsalltag eines Vermittlers kennen zu lernen. Den erstickenden Verwaltungskleinkram. Die Praxis auf dem Sofa des Kunden. Poweleit würde vielen Hausvereinen und BVK-Bezirksverbänden dringend raten, interessierten Journalisten diese Erkenntnismöglichkeiten über den Beruf des Versicherungsvermittlers zu eröffnen. Und vielen jungen Kollegen raten, derartige Chancen immer wieder zu nutzen. Auch für viele Vorstände und Sandkastenstrategen in den Headquarters wäre es sehr nützlich, gelegentlich ganz einfache Kunden zu treffen...

Die spannendste Zeit als Unternehmensberater erlebte Poweleit in Heilbronn und Hamburg. Wüba-Vorstand Christoph Weisse war zunächst sehr skeptisch. Nach der zweiten Nach-Wende-Veranstaltung lernten sich beide bei einem nächtlichen Berlinbummel kennen und schätzen. Später, als Weisse auch noch Chef der Norddeutschen in Hamburg wurde, gab es ein denkwürdiges Mittagessen in der Deichstrasse. Bei seinem Ausspruch „Ein schönes Essen ist doch etwas feines: Als sie mich aus dem KZ geholt haben, wog ich nur noch 47 Kilo“ flog Poweleit fast das Besteck aus der Hand.

Dieser ältere Herr, promovierter Mathematiker, gelernter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und mehrfacher Unternehmenschef, hatte auf oberflächliche Beobachter gern den Eindruck des zerstreuten Professors gemacht. Seinen eigentlichen Tiefgang erkannten nur wenige. Persönlichkeiten dieses Kalibers könnte die Assekuranz heute dringend gebrauchen. Aber leider ist Christoph Weisse viel zu früh verstorben.

Eines Tages besuchte Poweleit Christoph Weisse im heimischen Talheim. Der Besuch begann mit einer Führung durch die bildhauerischen Arbeiten der Gemahlin. Dann saßen beide zusammen. Der ältere Jude und der junge Journalist, dessen Mutter bei einem Juden lernte, seinen Abtransport ins KZ schmerzlich miterlebte und ihrem Sohn früh die Gräuel und die Abscheulichkeit des Holocaust vermittelte. Die ihm früh einimpfte, Judenwitze würden nur von Neonazis erzählt. Und plötzlich sitzt ihr Sohn einem Juden gegenüber, der beginnt, Judenwitze zu erzählen. Diese Sekunden völliger Orientierungslosigkeit gehören zu den prägenden Erlebnissen im Leben des Manfred Poweleit.

Später saßen Poweleit und Weisse zusammen, um eine sehr harte Personalentscheidung im Management zu diskutieren. Der junge Journalist, geblendet von krankhaftem Harmoniebedürfnis und grenzenlosem Optimismus, wollte Weisse von seinem Plan abbringen. Doch der konterte in seiner unbeschreiblich nüchtern-analytischen Art: „Ich bin zu sehr Mathematiker, um mich mit der Lösung unlösbarer Aufgaben zu befassen.“ Diese ihn später prägende Lebensweisheit, ungewinnbare Schlachten trotz größter Sympathie auch einmal für verloren zu erklären, hätte Poweleit mehr als zwölf Jahre vorher gebrauchen können...

Derartige Beratungsaufgaben wurden noch vor der Jahrtausendwende weitgehend abgeschlossen. Im Mittelpunkt stand fortan die Entwicklung der Marke map - report.

Die große Ernte mühevoller Aufbauarbeit für die eigene Zeitschrift begann im Juli 2002 mit der Einsetzung eines Sonderbeauftragten der Versicherungsaufsicht bei einem lippischen Lebensversicherer. Die Branche hatte längst die fachliche Kompetenz des map – report akzeptiert. Sie lieferte dem Blatt freiwillig Daten, die andere nicht bekamen. Der map – report wuchs in eine Vermittlerrolle hinein. Journalisten, die Kommentierungen suchten, bekamen fachlich fundierte Kritik, die kein Blatt vor den Mund nahm und für die nötigen Schlagzeilen sorgte. Die Fachwelt war froh, dass diese fundierte Kritik auf dem Boden der unbestreitbaren Tatsachen blieb und durch Vergleiche mit dem Versagen von Mitbewerbern (Fonds, Immobilien) Realitäten nicht aus dem Blickfeld geriet.

Die Pressearbeit von map – report entwickelte sich immer mehr zum Full-Time-Job für den Chefredakteur. Nicht nur anstrengend angesichts von bis zu 20 Telefonaten an einem Vormittag. Sondern häufig auch sehr erfreulich. Diese Menschen haben geholfen, sehr schwierige Lebenssituationen zu überstehen.

Der faktenschwere map – report, dessen Hochsaison zwischen August und Februar liegt, erwies sich schnell als zu unbeweglich, um spontan auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Die Antwort war 1992 map – fax. Ein Kurznachrichtendienst, der wöchentlich eine Seite besonders kommentierte Nachrichten und eine Seite aktuelle Tabellen oder Grafiken in der Dokumentation liefert. Und das zum Spottpreis von 2,50 € pro Monat. Mittlerweile bekommt jeder zweite Abonnent diesen Dienst per Mail, so dass die Redaktion ihr angestammtes Credo (Fakten schwarz auf weiß) verlassen und auch mit den Farben Blau und Rot (aus der ostfriesischen Nationalflagge) arbeiten kann.

Sprache und Stil von map – fax sind bewusst noch frecher und respektloser als im map – report. Und dass, obwohl in der Finanzbranche die Regel gilt, dass Texte nur dann seriös sind, wenn man beim Lesen einschläft. Wir sind seriös und trotzdem lesbar. Finanzjournalismus und Mathematik dürfen sogar Spaß machen. Wem das nicht passt, der möge sich viele große Packungen Watte kaufen und sich darin einpacken. Und/oder seinen Chef anbeten und ihm glauben. Nur: Satire und Kabarett können wir leider nicht bieten – die Realität übertrifft beides längst bei weitem...

Eine große Rolle spielt map – fax in der Informationsbeschaffungspolitik junger Finanzdienstleister. Ein Abonnement von map – report kostet immerhin 225 € für 15 Heftnummern. Und daher mehr als 5 % der Provision für die Vermittlung einer durchschnittlichen Lebensversicherung. Das können sich Anfänger nicht leisten. Schließlich müssen die Leasingraten für die Nobelkarosse bezahlt werden. Ohne die, so glauben Anfänger, bekommen sie kein Geschäft. Also abonnieren sie map – fax und bestellen gezielt nur die für sie unverzichtbaren Hefte. Bekommen dafür sogar noch saftige Rabatte. Und freuen sich auf den Tag, an dem sie es geschafft haben und sie sich ein Abo von map – report leisten können. Gern zeigen sie dann ihren Kunden ihr Statussymbol...

Eine stark steigende Rolle in der Strategie von map – report spielt der Online-Auftritt unter www.map-report.com, der monatlich von bis zu 78.000 Menschen besucht wird. Zunächst nur als „Flagge zeigen“ gedacht, bestellen inzwischen mehr als 90 % der Kunden ihr Heft über diesen Weg. Mittlerweile haben auch die Menschen, die das Internet missverstanden haben als Ort, an dem man alles umsonst bekommt, was bislang Geld gekostet hat, akzeptiert, dass man für die Qualitätsarbeit von map – report auch einmal einige Euro springen lassen muss. Anspruchsvolle Privatkunden haben das inzwischen kapiert. Viele Vermittler und Produktanbieter noch nicht. Aber auch sie freuen sich über Hintergründiges zu den Machern von map – report, der Heimat in Artlenburg an der Elbe und spitze Querdenkereien.

Nie geplant waren Vorträge des Chefredakteurs. Bis er eines Tages auf Uwe Meyer traf. Der pfiffige Vorstand der Deufinanz, Vertriebstochter von SignalIduna, lud eines Tages Poweleit zu einer Vertriebstagung seines Unternehmens ein. Bei der Begrüßung des Zuhörers rückte er dann mit seinem eigentlichen Anliegen heraus: „Wenn sie schon einmal da sind, dann können Sie auch einige Worte an die Zuhörer richten.“ Au weia. Doch es geschah erstaunliches: Während der Rede des Schreiberlings schlief niemand ein. Im Gegenteil. Bei der nächsten Vertriebstagung der Deufinanz war Poweleit gleich als Referent angekündigt. Und viele kamen. Welch eine Erfahrung für einen schreibenden Journalisten: Wer einen Vortrag hält, bekommt nach jedem Satz eine Antwort im Gesicht seiner Zuhörer. Papier hingegen ist geduldig und schweigt.

Inzwischen gibt es Dutzende von Vorträgen in jedem Jahr unter dem Markenzeichen „map – report live“. Besonders gern bei Maklerverbänden, Bezirksverbänden des BVK und Hausvereinen, die preiswerte Sonderkonditionen bekommen. Viel Spaß macht es dem Referenten, wenn sich die ersten Reihen (mit den Vorständen und Abteilungsdirektoren) in den ersten Minuten schlagartig leeren und auf den Fluren die Panik ausbricht: „Wer hat bloß den Kerl eingeladen?“

Inzwischen haben sogar Versicherer den Mut, den Chef des map – report zu Vorträgen auf Vertriebstagungen einzuladen. Ganz Wagemutige präsentieren ihn sogar ihren Endverbrauchern. Obwohl das richtig Geld kostet.

Der Querdenker Manfred Poweleit freut sich, heute sehr viel mehr Freunde als Gegner zu haben. Das ist nicht immer leicht in einer Zeit, in der Menschen gern in Schubladen gepackt werden. Doch das klappt bei ihm nicht: Wer seine zwei Zentner in eine Schublade packen möchte, muss bedenken, dass unter diesem Gewicht jeder Schubladenboden zusammenbricht...

Heute lebt der Gründer und Chefredakteur des map – report wieder als Single im schönen Artlenburg in der Lüneburger Elbmarsch östlich von Hamburg (siehe auch „Heimat des map – report“). In seiner knapp bemessenen Freizeit spielen seine Fotoapparate, sein Fahrrad und das Lüneburger Spaßbad Salü eine große Rolle.

Und seine Berufskrankheit: Neugier auf Neues...